Die Urinuntersuchung mittels der Urinanalyse-11-Paramter-Streifen ist ein einfaches, auch außerhalb des Labors durchführbares Testverfahren, mit welchem Nachweise einer Veränderung der Urinzusammensetzung möglich sind.

 

Wir empfehlen einen Arztbesuch... 

 

Wenn Du dich schlecht fühlst, empfehlen wir immer den Arztbesuch!   

Und auch, wenn Deine Urinwerte im normalen Bereich sind, heißt das nicht unbedingt, dass Du gesund bist!

Fehler beim Ablesen und Verwenden der Streifen können zudem immer und jedem passieren.  

 

Bei einem verdächtigen, also erhöhten Testwert raten wir Dir, zur Sicherheit einen Folgetest etwas später durchzuführen. Sollte auch der zweite Test kritische Werte anzeigen, empfehlen wir dir dringend den Arztbesuch.  

 

Das gilt aber beispielsweise nicht unbedingt für ein erhöhtes spezifisches Gewicht. Dies liegt eigentlich fast immer daran, dass man zu wenig getrunken hat.  

 

Andere Werte, wie beispielsweise Erythrozyten im Urin, müssen dahingegen immer ernstgenommen werden

und man sollte auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen!

 

Im Folgenden erläutern wir Dir nun die einzelnen Werte.
 

Leukozyten oder auch weiße Blutkörperchen sind Entzündungszellen, die in den meisten Körperflüssigkeiten vorkommen. Sie bekämpfen Krankheitserreger wie beispielsweise Bakterien und Viren. Sie kommen deshalb im Urin vor, wenn sich die ableitenden Harnwege entzünden. Zu ihnen gehören die Harnröhre (Urethra), die Harnblase (Vesica Urinaria), die Harnleiter (Ureter) und das Nierenbecken (Pelvis renalis)

 

Meist deuten sie also auf einen bakteriellen Infekt der Harnwege hin.

 

Bei einer lang andauernden (chronischen) Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) sind Leukozyten im Urin oft das einzige Symptom zwischen den wiederkehrenden akuten (plötzlich) einsetzenden Episoden.

 

In dem sehr seltenen Fall, dass es keine Infektion gibt kann eine erhöhte Leukozytenzahl im Urin ein Hinweis auf einen Tumor oder eine Urogenitaltuberkulose sein. Dies ist aber und vor allem bei uns in der westlichen Welt sehr selten. 

Nitrit im Urin kann auf eine Infektion mit einem sogenannten

Gram negativen Erreger hinweisen, wie beispielsweise das nitritbildendende Bakterium Escherichia Coli.

(E.Coli ist der häufigste Erreger der Harnwegsinfekte). 

 

Bei einem bakteriellen Harnwegsinfekt ist die Nitriturie, (das Vorkommen von Nitrit im Urin) eines der wichtigsten diagnostischen Zeichen. Nitrittests können unter besten Bedingungen, also beim ersten Morgenurin, bei einer Infektion mit einer sehr hohen Anzahl an Bakterien, über 90% der Harnwegsinfekte nachweisen. 

Urobilinogen ist ein natürliches Abfallprodukt des Körpers. Es ist ein Abbauprodukt von dem im Blut befindlichen Hämoglobin. (Reste roter Blutkörperchen). 

Größere Dosen sind allerdings ein Indiz für das Bestehen ernster Erkrankungen.

 

So können erhöhte Werte auf eine akute oder chronische Lebererkrankung hinweisen, also auf eine eingeschränkte Leberfunktion. Dies können eine Virushepatitis oder eine alkoholische und nicht alkoholische Leberzirrhose sein.   

Zudem kann Urobilinogen auf toxische Leberschäden oder auf hämolytische Erkrankungen (Krankheiten bei denen die roten Blutkörperchen zerstört werden) hinweisen.

Proteine (oder auch Eiweiße) bestehen aus Aminosäuren und  erfüllen sehr viele Aufgaben im menschlichen Körper.

Viele verschiedene Nierenerkrankungen können dazu führen, dass zu viele Proteine über den Harn verloren werden. Diese sogenannte Proteinurie ist allerdings leider kein sehr spezifisches Zeichen. Die Proteinurie kann also auf sehr viele Erkrankungen hinweisen.  

Zudem kann es vorkommen, dass manche Menschen ohne Erkrankung verhältnismäßig viele Proteine im Urin haben. Es sollte also im Zusammenhang mit anderen Indizien betrachtet werden. 

Der pH-Wert ist der Wert, der angibt wie basisch oder wie sauer eine wässrige Flüssigkeit ist. 

Längere alkalische Urin-Werte (hoher pH-Wert) können ein Hinweis auf einen Harnwegsinfekt sein.

 

Wenn die pH-Werte erhöht sind, kann das dazu führen, dass die Erythrozyten und die Leukozyten im Harn lysiert, das heißt zerstört werden. Das kann dazu führen, dass der Teststreifen positiv ausfällt, aber Sedimentierungsergebnisse negativ ausfallen. Die Harnstreifen liefern aber dennoch ein richtiges Ergebnis. Dauerhaft saurer (niedriger pH Wert) oder alkalischer Urin kann auf einen gestörten Säure-Basen Haushalt hindeuten, z.B. bei ungesund gehaltenen Diäten. 

Erythrozyten sind die roten Blutkörperchen des Blutes, die den Sauerstoff und das Kohlenstoff Dioxid im Körper transportieren. Bei vielen Erkrankungen kann eine Hämaturie, also Blut im Urin auftreten. Der Urin muss hierbei nicht rot sein! Oft kann man das Blut gar nicht mit bloßem Auge erkennen! Dabei können die zugrundeliegenden Erkrankungen sowohl harmlos sein als auch sehr ernst.

 

So tritt Blut im Rahmen von Nierensteinen, Nierenschäden und häufig bei einigen Tumoren, z.B. denen der Blase und der Niere in den Urin. Zum Großteil lässt sich das Blut im Harn nachweisen, bevor Schmerzen auftreten! 

Hauptursache bleiben aber Erkrankungen und Schäden der Nieren und des Urogenitaltraktes.

 

Blut im Urin muss immer gründlich abgeklärt werden. Ein Arztbesuch ist hier dringend erforderlich!

Es zeigt den Konzentrations- oder Verdünnungsgrad des Urins an und kann zur Überwachung der Flüssigkeitsaufnahme und Nierenfunktion genutzt werden, z.B. als Vorsorge gegen Nierensteine.

Bei hypotonem (verdünntem Urin, sieht wässriger aus) können Erythrozyten und Leukozyten lysieren (Also zerstört werden.) Der gemessene Wert kann die Relevanz von grenzwertigen Ergebnissen entkräften oder verstärken. Hoch konzentrierter (hypertoner) Urin hat höhere Konzentrationen von nahezu jedem Bestandteil (hoch konzentrierter Urin ist Gelber).

Ascorbat ist das Salz des Vitamins C. Wenn Vitamin C im Urin ist, kann das die Messungen für Erythrozyten und für Glukose verfälschen. Das führt dazu, dass der Streifen keine Erythrozyten oder Glukose anzeigt, obwohl beides im Urin sein kann.

Hier empfehlen wir nach etwa 10 Stunden ohne erhöhte Vitamin C Einnahme den Test zu wiederholen. Bleibt das Ascorbat-Feld grün (also "negativ"), besteht dafür keine Gefahr. Es ist also sozusagen eine Schutzvorrichtung.

Ketonkörper sind spezielle Kohlenwasserstoffverbindungen.

Eine Ketoazidose kann bei einem Diabetiker auf eine sehr gefährliche Stoffwechselsituation hinweisen, die bis zum Koma und Tod führen kann!   

Mittels der Ketonkörper lassen sich aber auch Hungerzustände nachweisen, zum Beispiel bei einer starken Einschränkung der Kohlenhydratezufuhr wie bei Diäten. Denn wenn verhältnismäßig viele Ketonkörper im Urin zu finden sind, deutet das auf einen erhöhten Fettabbau hin bei dem diese Ketonkörper entstehen. 

Bilirubin oder auch Gallenfarbstoff ist ein Abbauprodukt des in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) befindlichen roten Blutfarbstoffs dem Hämoglobin.

 

Ist sein Wert im Urin erhöht, so deutet dies auf Erkrankungen der Leber wie zum Beispiel bei einer Leberzirrhose hin. Auch könnte ein Verschluss der Gallenwege vorliegen. Oft besteht ein Ikterus, also das Gelbfärben der Skleren (dem Weiß im Auge) und der Haut. Dies steht insofern mit erhöhtem Bilirubin im Harn in Verbindung, als dass oft das Bilirubin im Harn ansteigt, wenn es auch im Serum  (den restlichen Körperflüssigkeiten) ansteigt. 

 

Ascorbate, Nitrit, hohe Urobilinogen-Werte, sowie lange Lichteinwirkung auf die Probe können die Messerwerte jedoch stören!

Die Glukose ist die Hauptenergiequelle des Körpers, ein Zucker. Bei der Krankheit Diabetes ist die Menge an Glukose im Blut oft stark erhöht. Vor der Einführung der Blutuntersuchung stellten Ärzte Diabetes nur anhand der Glukose im Urin fest.   

Normalerweise wird Glukose während der Entstehung des Urins wieder zurück in das Blut transportiert. Der Körper möchte seine Hauptenergiequelle nicht verlieren! Doch dieser Transport funktioniert nur bis zu einem Blutzuckerwert von 150-190 mg/dl. Bei der Krankheit Diabetes kann der Blutzuckerwert aber deutlich höher sein!

Allerdings kann es auch in der Schwangerschaft oder nach einer Aufnahme sehr vieler Kohlenhydrate zu Glukose im Urin kommen, weshalb ein positives Ergebnis zu einem späteren Zeitpunkt erneut überprüft werden sollte.  

Der Urintest:

Handhabung:

Tipp: Beim Entnehmen eines Teststreifens, das Röhrchen sofort wieder verschließen. So bleiben die restlichen Teststreifen sehr lange und meist weit über das Ablaufsdatum hinaus haltbar.

Achtung Feuchtigkeit! Deshalb befindet sich in den Verschlusskappen Trockenmittel. Röhrchen öffnen, Teststreifen entnehmen und sofort das Röhrchen wieder verschließen. Wenn Du die Urinstreifen sorgsam im Schatten und trocken aufbewahrst läuft das Mindesthaltbarkeitsdatum erst nach zwei Jahren ab. Nicht selten jedoch halten sie 1-2 Jahre länger. Auf dem Harnstreifenröhrchen findest du das individuelle Ablaufsdatum.

Anwendung: Den Harnstreifen kurz (Richtwert etwa eine Sekunde) in den Urin tauchen. Man muss darauf achten, dass jedes Testfeld komplett mit Urin bedeckt ist. Außerdem darf sich im Urin-Reservoir nur der unverdünnte Urin befinden. Beim Herausnehmen der Teststreifen kann man den Urin am Rand des Bechers seitlich abstreifen oder vorsichtig mit etwas Toilettenpapier abtupfen, um den überschüssigen Urin vom Teststreifen zu entfernen.

Auswertung: Nach sechzig Sekunden lassen sich die meisten Farben sicher auf den Teststreifen mit der Referenzfarbskala vergleichen. (Leukozyten nach 60-120 Sekunden) Beim Ablesen wird die Farbe des Teststreifens mit der Farbe der Skala auf dem Röhrchen verglichen. Eventuelle Farbveränderungen am Rand der Testfelder und nach zwei Minuten sind hierbei zu vernachlässigen. 

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